Spanische Fachkräfte besuchten Jobcenter Mayen-Koblenz

- Geschäftsführer Rolf Koch (mi.), die Stellvertreterin des Geschäftsführers Marianne Morgenschweis (re.), Maik Klee („MYKnetz“, 2.v.l.) und Oliver Hoffmann („Europe direct“, 2.v.r.) mit den spanischen Kolleginnen während des Empfangs im Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz in Mayen.
Die Mitarbeiter des Jobcenters im Landkreis Mayen-Koblenz haben einige Erfahrungen im Austausch mit Fachkräften aus anderen Ländern; diverse Projekte laufen sogar über Landesgrenzen hinweg. Jetzt besuchten vier spanische Kolleginnen während eines mehrwöchigen Aufenthalts auf Einladung der Fachstelle „Europe direct“ der Stadt Koblenz, organisiert vom Koblenzer Kultur- und Beratungsbüro für Sinti und Roma, die Netzwerkstelle „MYKnetz“ des Jobcenters, um sich über die Arbeit der Mayen-Koblenzer intensiv zu informieren. Das Fazit der spanischen Kolleginnen: „Eine sehr gute strukturierte Arbeit“ wird beim Jobcenter im Landkreis Mayen-Koblenz geleistet.
Geschäftsführer Rolf Koch begrüßte die spanischen Besucher

- Informationsaustausch beim Klinge Institut in Koblenz.
Geschäftsführer Rolf Koch begrüßte die spanischen Besucher und erläuterte einige Eckdaten: Im Kreis Mayen-Koblenz mit rund 212.000 Einwohnern ist das Jobcenter dafür zuständig, die Menschen, die sich nicht selbst helfen können, bei der Sicherung des Lebensunterhalts zu unterstützen. Dazu stehen pro Jahr etwa 40 Millionen Euro zur Verfügung. Viele Kunden des Jobcenters haben Probleme, so Koch. Bei der Bewältigung dieser Probleme wollen die Mitarbeiter hilfreich zur Seite stehen. Ein wichtiges Ziel ist es, die Menschen in Arbeit zu vermitteln. Wie in Spanien derzeit litt auch Deutschland noch vor einigen Jahren unter sehr großer Arbeitslosigkeit und fand einen Ausweg. Rolf Koch wünschte den Besuchern aus einer spanischen Regionalagentur, hier vor Ort Anregungen für die eigene Arbeit zu finden. Marianne Morgenschweis, Stellvertreterin des Geschäftsführers im Jobcenters MYK, erläuterte die tägliche Arbeit. Die staatliche Vorgabe, die Ausgaben zur Sicherung des Grundeinkommens der Kunden möglichst gering zu halten, kann nur eingehalten werden, wenn die Menschen in Arbeit vermittelt werden können – das ist neben der Zahlung von Sozialleistungen der andere Arbeitsbereich des Jobcenters. Um dies möglichst effektiv zu gestalten, müssen die Bedarfe der Kunden festgestellt werden: Wem muss wie geholfen werden, um wieder in Arbeit zu kommen? Das ist die Arbeit der Persönlichen Ansprechpartner und Fallmanager. Dazu kommt schließlich noch die sogenannte öffentlich geförderte Beschäftigung, die mit Bundes-, Landes- und EU-Mitteln finanziert wird.
Netzwerkstellen für jede Organisation empfehlenswert!

- Herr Werf stellt die Permakultur in Andernach vor!
Besonders gute Erfahrungen hat das Jobcenter im Landkreis Mayen-Koblenz mit der eigenen Netzwerkstelle „MYKnetz“, die sich mittlerweile über die Grenzen des Landkreises hinaus einen guten Ruf erarbeitet hat. Morgenschweis: „So etwas kann ich jeder Organisation nur empfehlen.“ Wie die Arbeit im Jobcenter-Alltag funktioniert, konnten die spanischen Fachkräfte an verschiedenen Tagen im Landkreis erleben. So konnten sie in den Außenstellen Bendorf und Koblenz den deutschen Kollegen über die Schultern schauen. Der Netzwerker Maik Klee informierte über Netzwerkarbeit und Projektmanagement, das „Ralf Klinge Institut für angewandte Psychologie“ stellte Testverfahren der psychologischen Diagnostik von Eignung und Leistungsfähigkeit dar. Im Gastronomischen Bildungszentrum der IHK Koblenz wurde über das transnationale Bildungsprojekt „MYK4international“ informiert. Die „Gesellschaft zur Förderung beruflicher Integration“ demonstrierte Maßnahmen für SGB II-Bezieher unter 25 Jahre. Schließlich zeigte die Perspektive gGmbH diverse Projekte wie die Permakultur bei Andernach zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen.
„Ganz gewaltige Unterschiede“

- Besuche und Informationstag bei unserem Netzwerkpartner dem GBZ in Koblenz.
Die spanischen Besucherinnen konnten sich im Kreis also intensiv über die fundierte Arbeit der Kollegen informieren. Obwohl es „ganz gewaltige Unterschiede“ in der Jobvermittlung gibt, erhofften sie sich, positive praktische Erfahrungen aus Deutschland mitnehmen zu können, die trotz anderer Rahmenbedingungen und finanzieller Ausstattung anwendbar sind. In Spanien erhalten Arbeitslose maximal zwei Jahre staatliche Unterstützung, erläuterten Sara Pérez Serano, Andrea Rezes Esmeraldino, Noemí Árbol Fernández und Fe Fernández Muñoz. Außerdem seien Arbeitsagenturen in Spanien anders als in Deutschland eher Jobbörsen, die nicht vermitteln. Doch die innovative Netzwerkarbeit in Mayen-Koblenz bildet einen guten Ansatzpunkt, wie den Menschen mit externen Partnern geholfen werden kann.







