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„Gemeinsam für Alleinerziehende“ Netzwerkkonferenz von Jobcenter MYK und Stadt Mayen mit Staatssekretär Habermann


Eine gelungene Konferenz!

Einiges wurde auf dem Weg, Alleinerziehende besser zu stellen, zumindest regional durch lokale Bündnisse bereits erreicht, doch die Organisatoren der Netzwerkkonferenz am 7. April in Mayen wollen viel mehr, da sie ihr Ziel noch längst nicht realisiert sehen. Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Mayen-Koblenz, ließ im vergangenen Herbst eine neue Netzwerkstelle einrichten, das „MYKfamnetz“. Von hier aus startet Mitarbeiterin Melanie Aldenhoven ihre Kooperationen, unter anderem auch mit der Stadt Mayen im lokalen Bündnis für Familie. Diese Fachkonferenz habe das Anliegen, „ein Stück weiter zu kommen“, sagte Oberbürgermeisterin Veronika Fischer. Alleine in Mayen seien 20 Prozent der Hartz IV-Empfänger Alleinerziehende. Sie ist sich dabei der Tatsache bewusst, dass Unternehmungen aber nur gemeinsam in einem Netzwerk funktionieren können.


Hürden aus dem Weg räumen

v.l.n.r Frau Fischer, Herr Habermann, Herr Mauel und Herr Koch

Staatssekretär Christoph Habermann rechnete vor: Knapp 10.000 alleinerziehende Frauen leben in Rheinland-Pfalz von Hartz IV. Bei den unter 25-Jährigen liegt die Quote bei 70 Prozent. Man müsse daher „alles dafür tun“, so Habermann, „dass sich da etwas ändert“. Mit dem Jobcenter im Landkreis Mayen-Koblenz und der Kreisverwaltung pflege man eine „außerordentlich gute Zusammenarbeit“ seit Jahren, es sei „eine gute Adresse, auch in Mainz“. Habermann sieht drei Ziele auf dem Weg, die Alleinerziehenden besser zu stützen. Er will Hürden aus dem Weg räumen, damit Arbeit überhaupt aufgenommen werden kann, etwa durch Kinderbetreuung. Die eigene soziale Absicherung muss sichergestellt sein und die Erwerbsquote langfristig gesteigert werden. Habermann versprach in Mayen: „Wir wollen uns in besonderer Weise um Alleinerziehende kümmern, weil es da ein großes Potenzial gibt.“


Vorurteile abbauen

Die Projektvorstellung belegt, was bereits angelaufen ist zum Thema. Seit 2008 gibt es das „Bündnis für Familie“ in Mayen. Auch mit vielen kleinen Maßnahmen, die unter Umständen nicht gleich auffallen, bemüht man sich, die Alleinerziehenden zu stützen, unterstrich Oberbürgermeisterin Fischer. Das Projekt „ZuGG“, ein Bündnis für Ausbildung und Qualifizierung wurde „zur Chefsache“ erklärt, sagte „MYKnetz“-Leiter Christoph Kretschmer. Hier haben die Partner Jobcenter MYK, Stadt Mayen und Bündnis für Familie ein Angebot entwickelt, bei dem alle Seiten profitieren. Die Frauen werden durch Kinderbetreuung, Ausbildung, Vorqualifizierung und bei Bedarf Nachhilfe unterstützt. Ebenso soll auf die Bedürfnisse der Unternehmen eingegangen werden. Das Unternehmen REWE hat beispielsweise in einem Mayener Markt eine Teilzeit-Auszubildende, die alleinerziehende Mutter ist, über das Jobcenter übernommen. Von der Bezirksärztekammer wurde während der Netzwerkkonferenz signalisiert, dass man sich mit dem Thema tiefer beschäftigt und helfen will, bei den angeschlossenen Ärzten, Bedenken abzubauen.

Das Unternehmen RWE konnte berichten, dass Fehlzeiten geringer sind, wenn Familie und Beruf im Einklang sind. Von der der Gesellschaft für berufliche Integration (GfBI) kam der Appell, ein Bewusstsein für die Problemlage zu schaffen, als Unternehmen auch mal ein Auge zuzudrücken, wenn Not am Mann ist. Eltern wüssten zu gut, dass Kinder gesund ins Bett gehen und krank aufstehen. Das macht den morgendlichen Gang zur Arbeit manchmal schlicht unmöglich. Der Kooperationspartner „Zeitzeichen“ berät Arbeitgeber zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Kooperationspartner Verband alleinerziehender Mütter und Väter machte mit Berichten aus dem Alltag von Alleinerziehenden auf unterschiedlichste Probleme aufmerksam.

1. Kreisbeigeordnete Bernhard Mauel dankte dem Land Rheinland-Pfalz für den gemeinsamen pragmatischen Weg ungeachtet politischer Farbspiele. Immerhin stehe die Gesellschaft „am Scheideweg“ - vieles, was früher galt, gilt heute nicht mehr. Entsprechend muss man sich an die Gegebenheiten anpassen. Dass die Netzwerkkonferenz am 7. April in Mayen jedoch lediglich der Start war in eine Reihe von Maßnahmen ist für Mauel, wie für die anderen Beteiligten ausgemacht. „Das war keine Schlussveranstaltung, sondern ein neuer Aufbruch.“


Netzwerker bei der Arbeit! v.l.n.r. Maik Klee, Melanie Aldenhoven und Christoph Kretschmer

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